Heinz Ratz



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  • Systemkritik mit viel Rhythmus und Kante
    Konzert: Skapunkpolkarock mit Akustikgitarre: ,,Strom und Wasser" und die starke Stimme Heinz Ratz in der Centralstation Darmstadt. Heinz Ratz klingt völlig anders, als er aussieht. Sein deftiger Gesang lässt an einen massiven Typen denken, gekleidet in Schwarz, vielleicht eine abgewetzte Lederjacke drüber. Doch dann steht da ein stoffeliger Einundvierzigjähriger in Jeans und Sportschuhen, der hinter seinem bauchigen Akustikbass regelrecht schmächtig wirkt. Seine Stimme aber ist das Gegenteil. Rau und charakteristisch schallt das Organ des Kopfs von ,,Strom und Wasser" am Mitt woch abend von der Bühne in den Centralstations-Saal. Einnehmend ist der beherzte Gesang des Kieler Nordlichts in seinem Moritatenseemannsklang, gleichsam brüchig und stark wie Küstenklippen in der Brandung, pointiert und mahnend die Texte ausrufend: ,,Auch die Armut hat Kraft!"
    Viel Kante besitzt auch die Musik, die die wiederholt mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Gruppe selbst als ,,Randfiguren-Skapunkpolkarock" bezeichnet. Dass sie es gern perkussiv und rhythmisch treiben, macht schon das mit vielen Mikrofonen abgenommene Schlagzeugset nebst Vibrafon klar. Maria Schneider spielt es ähnlich abwechslungsreich und dynamisch wie auf der anderen Bühnenseite Ingo Hassenstein seine Akustikgitarre, der er eine enorme Bandbreite an Sounds und Tönen entlockt.
    Eher bedrohlich und punkig wirken dazu die Bassläufe von Frontmann Ratz, der passenderweise heißt wie eine Figur aus der antiautoritären Siebziger-Jahre-Kinderserie ,,Rappelkiste" - wohnt doch auch der Musik ein rappelkistenhaftes Ungestüm inne. Das Mitreißende daran ist auch der beharrlichen Taktung zu verdanken: Schlagzeugschläge, Gitarrenriffs, Bassläufe, Textrhythmus - alles marschiert zusammen wie in einer Musikereinheitsfront, die ein gemeinsames Ziel verfolgt: die Botschaft griffig zum Klingen bringen.
    Leider ist es schwer, den engagierten Texten zu folgen, die Heinz Ratz zu der flotten Musik oft im Schnellsprechmodus her unterrattert. Das ist umso bedauerlicher, als der einst auf der Straße lebende Querdenker, Pazifist und Antirassist etwas zu sagen hat. Viel davon packt er in die ausgiebigen Plaudereien, die zwischen den Stücken für Belustigung im Publikum sorgen. Einmal versucht er gar, wie James Brown zu tanzen - freilich nur zur Verhohnepipelung der Präsidenten dieser Welt. So unterhaltsam kann Systemkritik sein.
    Darmstädter Echo | lex23 | 23. April 2010
  • " Konstantin Wecker ist ja längst voll des Lobes auf die künstlerische Unbestechlichkeit und die gefährliche Lebenslust der Band um den charismatischen Heinz Ratz. Aber jetzt müssen Sie sich wirklich warm anziehen, werter Leser und potentieller Hörer: Denn Deutschland’s ohnehin schonungsloseste Gesellschaftskritiker zünden die nächste Stufe und präsentieren ihr bislang radikalstes Songpotpourri. Mittels Folk und Punk, Kabarett und Polka, Walzer und Rock wird hier so reichlich wild-fröhliche Anarchie über den Hörer gekippt wie noch nie. Extrem derbe Zeilen wie sie etwa der bissige Titelsong präsentiert, werden jede Radiooption naturgemäß im Keim ersticken. Wer’s hören will muss also weiterhin eines der zahlreichen Konzerte der Band besuchen (wie kürzlich in Saarbrücken) oder ihre CDs kaufen." alh
    Saarbrücker Zeitung, 23.7.09
  • "Polit-Pop – Heinz Ratz singt, wo der Linken der Schuh drückt
    »Ihr Politiker redet goldene Worte/ doch im Grunde seht ihr nur immer das Geld« –zwei Zeilen reichen, um den Wiedergänger der Protestliedbewegung auch historisch einzuordnen. Heinz Ratz absolviert das ganze Programm des Politrockers: Er wettert gegen Politiker ("Das Raubtier von heute") und beklagt das Konsumverhalten der vermeintlich Alternativen ("Rios Herz"), er lästert über Fortschrittsgläubigkeit ("Alles besser 2085") und besingt das Ende der Welt ("Das Lied von der sterbenden Erde"). Damit singt Ratz an, wogegen schon viele vor ihm angesungen haben. Er findet dafür zwar keine differenzierteren, aber immerhin neue Bilder und Reime – und er spricht seine Anliegen nicht immer so direkt an.
    Seine Musik kann genauso begeistern wie seine oft sarkastischen Texte: "Rios Herz" ist ironisch entspannt, "Ein Fleckchen Anarchie" beschwingt und "Haut an Haut" mit seinem dezent funkigen Auftakt bringt ein Jazz-rockiges Gitarrensolo. "Berlin noir" passt mit seinem eindringlich-schwerfälligen Rhythmus auf die Kleinkunstbühne wie das Liebeslied "Alles weiter weg als du", und mit "Alles besser 2085" bringt er sogar ein flottes, leicht nostalgisch klingendes A-Capella-Stück.
    Heinz Ratz klingt wieder angriffslustig und rabiat, aber auch einfühlsam und voller eigenwilligem Humor. [noi: @@@@]"
    schallplattenmann.de, 22.6.2009
  • "Auch nach fünf Jahren Strom & Wasser kann man sich an diesen Bandnamen nur schwer gewöhnen. Was hat Energiegewinnung mit Pop-Musik zu tun? Nun, Heinz Ratz, Bassist, Sänger und Kreativzelle der Kombo ist ein Energiebolzen par excellence und ein wirrer Kopf zugleich. Wenn er deutsche Texte schreibt, bleibt kein Auge trocken und kein Thema tabu. Ein sozialistischer Anarcho, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Auch sein neuestes „Emotionsdesign”, bestehend aus 16 Einzelteilen, versorgt den erwartungsfrohen Konsumenten wieder mit genügend Anschauungsmaterial, das dem Leben zwischen Müllabfuhr und Sozialabbau entnommen wurde. Ratz klingt wie ein Penner, der Philosophie studiert hat. Derb in der Ausdrucksweise, scharfsinnig in der Gedankenumsetzung. Die musikalische Unterstützung vielseitig gefächert, von Salsaklängen über Rumpelbeats bis hin zu elektronischem Schnickschnack. Keyboards, Saxophon, Cello, Geige, singende Säge – alles dabei und sehr gut austariert. Das wichtigste aber ist und bleibt Ratzens Textarbeit. Poesie am Abgrund, provozierender Kabaret-Geist – das radikale Gegenstück zum Schlagerklamauk. Nichts zum Nebenbeihören. Hier ist ein spitzes Gehör gefragt, das bei etwaigem Versagen auf ein gut strukturiertes Booklet zurückgreifen kann."
    www.sound-and-image.de, Juni 2009
  • "Musik ist eine schöne Brücke zum Herzen. Man kann grausame Wahrheiten viel schöner verpacken", meint der Autor und Liedermacher Heinz Ratz. Getreu diesem Grundsatz befördern seine Texte all jene Dinge aus den Abgründen unserer Gesellschaft, die wir normalerweise nur ungerne eindringlicher betrachten. Mit heiserer Stimme, die bisweilen an das Timbre eines Tom Waits erinnert, hält er uns gnadenlos den Spiegel vor. ... mehr "
    www.laut.de
  • "Kieler Autor und Musiker Heinz Ratz startet morgen den zweiten Teil seines „Triathlons der neuen Werte“
    „Ich glaube an Veränderbarkeit“ Kiel - „Der Rhein ist der Schlimmste“, auch die Elbe in Magdeburg sei „sehr gefährlich“, aber „auf die kleinen Flüsse freu' ich mich“, sagt Heinz Ratz. Am 20. Mai startet der Autor und Musiker aus Kiel eine Schwimmtour durch Deutschland, wird in 52 Städten Konzerte gemeinsam mit bekannten Künstlerkollegen zugunsten regionaler Artenschutzprojekte geben. ... mehr"
    www.kn-online.de
  • "Auf keine Band scheint der Begriff "kompromisslos" so sehr zuzutreffen, wie auf Strom & Wasser. Nicht nur die versierten Musiker rund um den Sänger und Bassisten Heinz Ratz, die mit müheloser Leichtigkeit Mambo und Punk, Walzer, Polka und Rock zu verbinden wissen, nicht nur die Elementargewalt der Texte, sondern auch ihr politisches Engagement überzeugt.
    Ihre Aktionen gegen die wachsende Macht der NPD wurden bis in den Bundestag hinein diskutiert ? die Konzertreihe "Lauf gegen die Kälte" bei der Frontmann Heinz Ratz im letzten Winter zugunsten von Obdachlosen 1000 km zu Fuß durch Deutschland lief, ist nur eines von vielen Beispielen. 2006 wurden sie mit dem Förderpreis der Liederbestenliste ausgezeichnet, 2007 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik. Nun stellen sie ihr neues Album "Emotionsdesign" vor. Ein musikalisches Feuerwerk, fröhlich-anarchisch, wild und nachdenklich, provozierend und erfrischend. Das ist musikalisch und textlich von wohltuender Schärfe und Klarheit, das ist witzig, politisch und anspruchsvoll, zwischen Kabarett, Punk und Poesie angesiedelt: kein Wunder also, daß sich diese Band, jedem Mainstream trotzend, einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreut."
    www.dasfachblatt.de
  • "Heinz Ratz und seine Band scheinen im vor sich hinschimmelnden Hipness-Diskurs völlig aus der Zeit gefallen zu sein: Während man den pop-politischen Indie-Geschmackskonsensenmännern immer wieder wohlwollend Gehör und kulturellen Kredit gibt, geht er putzen und hackeln: Aktionen und Konzerte gegen die NPD, im letzten Winter 1.000 km zu Fuß durch Deutschland für Obdachlose gelaufen, diesen Sommer will er 1.000 km durch Flüsse schwimmen und Spenden sammeln für Artenschutzprogramme (unter anderm mit einem Benefizkonzert am 8.6. im Zakk). Eher uncool, Leute, was? Nur leider integer, kompromisslos und direkt am Puls der Zeit. Denn Ratz schert sich nicht um die schicken Texte und Kontexte - er macht einfach. "Weil man gar nicht mehr versucht, die Gründe für Unrecht und Elend und Gewalt zu finden und zu beseitigen. Weil man statt dessen nur noch ‚Design' betreibt: Die Welt ist fest in der Hand der Werbe- und Medien-, der Gedanken- und Gefühls-Designer. Und sie alle sorgen dafür, dass diejenigen, die es sich leisten können, die Möglichkeit haben, sich bequem zurückzulehnen und ihr Leben zu genießen, ohne von denen gestört zu werden, die hinter den goldenen Fassaden zerbrechen und zu Grunde gehen." Die 16 neuen Stücke rumpeln und pumpeln ohne zu kumpeln, der Mond hängt mal wieder in der Gosse und auch Herr Reiser ist nicht fern. Anarchie zwischen Konkretion und Poesie, diese Mischung trauen sich viele aus Coolheitsgründen schon längst nicht mehr."
    www.terz.org, Mai 2009
  • "Zuletzt lief er beim "Lauf gegen die Kälte" von Dortmund nach München (zugunsten von Obdachlosen), jetzt will er 1.000 Kilometer durch deutsche Flüsse schwimmen (zugunsten von Artenschutzprojekten): Heinz Ratz, Sänger, Bassist und Texter der Berliner Band Strom & Wasser, macht handgreiflich vor, dass Engagement nicht bei Songtexten enden muss. Auch seine Band hat einen musikalischen Reifeprozess hinter sich: Was immer ein bisschen wie eine Straßenköter-Ausgabe von Element of Crime klingt, wird mittlerweile mit 0uerflöte, Oboe, Cello oder singender Säge aufgepeppt. Dabei sind Strom&Wasser nach wie vor zwischen Punk, Folk und Kleinkunst angesiedelt und Ratz' Texte sind wohltuend direkt, oft aggressiv, aber dies nie (nur) um des Effekts willen. Nur seine Stimme, die ist immer noch gewöhnungsbedürftig: irgendwo zwischen Herbert Grönemever, Joachim Witt und Tom Waits." (rt)
    blue rhythm, Juni 2009
  • "Interview mit Heinz Ratz anlässlich des Antifa-Konzerts in Halberstadt
    Musik als Brücke zum Herzen"
    Von Emma Weiß
    Ganzer Beitrag -> Neue Rheinische Zeitung, 4.7.2006
  • "Strom & Wasser, die Band des Punk-Poeten, musikalischen Kabarettisten und Bassisten Heinz Ratz (mit Gitarrist Pensen, Pianistin Fee Stracke und Trompeter Steffen Paul), spielt laut eigenen Angaben "akustischen Randfiguren-Skapunkpolkarock" - und das stimmt auch so. Heinz Ratz ist ein Liedermacher der extremen Art, und seine Band Strom & Wasser bietet auf ihrem dritten Album "Gossenhauer" wieder einmal ihren unikaten Mix aus "apokalyptischer Volksmusik" und "Akustik-Punk" mit Ska-, Reggae-, Polka- und Tango-Elementen. Für die soliden Grooves sorgt Drummer Benny Greb, der es versteht, das wilde musikalische Kabarett des Heinz Ratz rhythmisch adäquat zu inszenieren, besonders gelungen bei den Liedern "Panzerfahrer Jupiter", "Mondfrau" und "Mein & Dein".
    " Strom & Wasser", das sind klasse Musiker und ein moderner Poet, dessen Lieder so provokant wie sensibel, so schwermütig wie lebensfroh sein können, mitunter zudem mit geradezu makabrem Witz gesegnet." (RM)
    Sticks, 6/06
  • "Er bat mich zu sagen, wo es brennt"
    Heinz Ratz und seine Band Strom & Wasser kamen in die Schlagzeilen, als es der NPD in Halberstadt gelang, eines ihrer Antifa-Tour-Konzerte mit Konstantin Wecker zu verhindern. Ein Interview mit dem Liedermacher ->
    www.taz.de, 29.4.2006
  • "Wer die Frage, wie man "die Schwerstverbrecher" nennen sollte, naheliegenderweise mit "Präsident" antwortet und in seinem "CDU-Tango" die "Bundeskanzlerin" in einer Bar aufgabelt, und reimen lässt "ich will nen Zungenkuß, weil ich morgen wieder zu dem Alten muß" hat bei den Regierenden in diesem Land ohnedies sicher nicht das leichteste Standing. Aber was sich das Halberstadter Landratsamt vor wenigen Wochen leistete, als Heinz Ratz mit seinem mal leisen feinen und mal eher gemeinen tanzwütigen Projekt "Strom & Wasser" (Aktuelle CD bei Traumton: Gossenhauer) gemeinsam mit Konstantin Wecker unter dem Motto "Nazis, raus aus unserer Stadt" auftreten wollte und die neofaschistische NPD ihre "aktive Teilnahme" an dem Konzert ankündigt hatte, tut schon richtig weh: der Auftritt wurde de facto verboten, auch in Hoyerswerda waren kritische Lieder unter diesem Programmtitel von der Obrigkeit nicht gewünscht, mit der fast schon tragikomischen offiziellen Begründung, es gebe im Ort keine Nazis. Doch ans Aufgeben denken beide Liedermacher nicht, im Sommer wollen sie zurück nach Halberstadt. Bis dahin ist Ratz, den Wecker gern als einen der "stärksten und eigentümlichsten Talente der jüngeren Generation" bezeichnet, und aus nicht minder verständlichen Gründen lobt, das aus den schwermütigen Texten des Totalverweigerers, ehemaligen Obdachlosen und Hörbuchautoren "gefährliche Lebenslust und makaberer Witz hervorblitzen", solo in Deutschland unterwegs. Seine scharfzüngig formulierten Alltagsbeobachtungen, seine radikale Poesie und seinen Sprachwitz - und damit seinen Kampf gegen grauen Alltag und stumpfer werdende Gesellschaft - untermalt er in musikalischer Hinsicht übrigens mit einer Mischung aus Ska-Punk, Walzer, Tango und Akustik-Rock. "
    kulturkueche.de April 2006
  • "Wer eisern durch alle Ärsche kriecht, der wundert sich, wenn er nach Scheisse riecht ..." – der Song "Hartschalenkostüme" ist Marschmusik gegen die Verhärtung der Welt. Auf der dritten "Strom&Wasser"-CD provoziert Heinz Ratz wieder kräftig. Er ist ist eine Mixtur aus Tom Waits und Konstantin Wecker: Seine Musik ist wild und ruhelos und zärtlich, er grummelt und schleudert seinen Sprachgesang ins Ohr. Musikalisches Kabarett, apokalyptische Volksmusik, Liedermacher der extremsten Art, Punk mit Akustik-Instrumenten – dies Getöse eindeutig zu beschreiben, ist unmöglich. Man muss es selber hören.“
    Wertung: *****
    FACTS, März 2006
  • "Radikale Ansichten in intelligente Liedform gepackt. Heiz Ratz gehört zu der Gattung Performer, die kein Blatt vor den Mund nehmen, gerne provozieren und so ganz nebenbei menschliche Abgründe offen legen. Ein Punk der Songwriter-Szene, härter als Funny van Dannen, ähnlich schonungslos wie Götz Widmann. Zusammen mit ein paar Kumpels liedert er als „Strom & Wasser” mit erstaunlicher Instrumentalkompetenz, schlägt sich von Walzer zu Rock und Jazz, von Ska zu Tango. Die Themen reichen von der Geisteskrankheit einer singenden Makrele über eine betrunkene und männergeile Bundeskanzlerin bis hin zu brauen Nazi-Panzer-Fahrern. Das klingt heftig – und ist es auch. Aber immer vom Feinsten, Wortakrobatik und kommödiantischer Feinsinn von hohem Niveau."
    sound-and-image.de
  • "Liedermacher-Punk, Pöbel-Poet, wütender Provokateur, radikalpolitischer Entertainer – er ist wohl von allem ein bisschen, wie Heinz Ratz mit seiner Band Strom und Wasser in der Schaubude einmal mehr bewies. Der, der in den letzen Wochen zu ungewohnt großer Medienpräsenz kam, weil die peinliche Entscheidung des Halberstädter Vize-Bürgermeisters, ein von Ratz organisiertes Antifa-Konzert mit Konstantin Wecker aufgrund von Krawalldrohungen seitens der NPD abzusagen, bundesweites Empören provozierte (wir berichteten). Als Trio traten sie an, Ratz mit der Akustikgitarre, begleitet von Fee Stracke am Klavier und Benny Greb an den Trommeln. Im Koffer hatten sie ihren dritten Silberling Gossenhauer, von dem sie in rund zwei Stunden – neben vielen älteren Nummern – eine ausgiebige Kostprobe gaben. Er ist bekannt für seine radikale Direktheit, für seinen bitterbösen Humor. Mit politisch motiviertem Blick schaut Ratz auch in Kiel auf die Underdogs, die Modernisierungsverlierer, schimpft auf bürgerliches Establishment und etablierte Politik. Erklärt uns den Unterschied zwischen Terroristen und Rebellen, singt über Leisetreter und lästert über Besserwisser, über hypersensible Studenten-Mimosen und tanzt mit Angela Merkel den schlüpfrigen CDU-Tango. Ratz singt nicht nur, er schauspielert, nörgelt, schreit und keift zu einer wilden Mischung aus Akustik-Punk, Polka, Walzer, Tango. Musikalisch spielen Strom und Wasser sicher in der ersten Liga, denn was allein Jazz-Schlagzeuger Benny Greb an Snare, Toms und Becken abliefert, darf man wohl getrost genial nennen."
    Kieler Nachrichten, Karen Jahn, 18.3.06
  • „Heinz Ratz ist nicht nur ein sehr sympathischer Kollege mit einer erstaunlichen Bühnenpräsenz, er gehört sicher zu stärksten und eigentümlichsten Talenten der jüngeren Generation. Ich freue mich über einen Künstler, der über sich selbst nachdenkt, der Widerspruchsgeist, künstlerische Unbestechlichkeit und eine beinahe anarchische Lust am Provozieren mit großer Sensibilität, ja Verwundbarkeit vereint. Aus den schwermütigen Texten von Heinz Ratz blitzen gelegentlich gefährliche Lebenslust und makaberer Witz hervor. Eine Entdeckung!“
    (Konstantin Wecker)
  • Aufmüpfig und provozierend.“
    (Kölner Stadtanzeiger)
  • „ ....wie ein Blixa Bargeld zu den besten Zeiten der Einstürzenden Neubauten...“
    (Schnüss, Bonn)
  • „ Von Anfang an Sprachwitz und eine enorme schauspielerische Begabung!“
    (Süddeutsche Zeitung)
  • „ Strom&Wasser hielten die Lachmuskeln unter Dauerstrapazen.“
    (Die Welt)
  • „ Liedermacher klingt entschieden zu schwach für die Abgründe, die Strom&Wasser lustvoll ausleuchten.“
    (Kieler Nachrichten)
  • „ The highlight of the evening was undoubtedly the magnificent Strom & Wasser. They managed to combine the instrumental inventiveness of the jazz trio with the storytelling of folk and the energy of rock.“
    (Baby-tiger, Edinburgh)
  • CD-Tipp: Strom und Wasser: Spielt keine Rolle

    „ Der Schimmel, der das Brot bedeckt, der denkt,
    das Brot sei ihm von einem Gott geschenkt.
    “ Die Erde sei, so denkt der Mensch ja auch,
    zu seinem ganz persönlichen Gebrauch.“

    Diese Weisheit stammt von Heinz Ratz, der sich in Gedichtbänden wie „Apokalyptische Lieder“ als begabter, überwiegend dem Düsteren, Morbiden, „Gotischen“ zugewandter Lyriker präsentiert hat. „Tier aus der Gosse, die Augen gerichtet auf das Unheilvolle“ charakterisiert er sein Krafttier, die Ratte („Ratz“) und somit wohl auch sich selbst. Zusammen mit dem Gitarristen Peer Jensen nennt sich Heinz Ratz „Strom & Wasser“. Die neue CD der Formation lässt neben ernst gemeinter Anklage und skurrilen Schockeffekten auch einen wahrhaft grimmigen Humor durchblicken. Man ist als älteres Semester und 70ger-Jahre-Nostalgiker ja immer geneigt, der großen Zeit der kritischen Liedermacher nachzutrauern. Wecker, Wader, Degenhart – waren andere Zeiten damals, wir hatten alle noch Ideale! Wer meint, „die Jungen“ könnten so etwas nicht mehr, der sollte sich einmal mit Heinz Ratz befassen. Kann man den 37-jährigen überhaupt als Liedermacher bezeichnen? Nicht, wenn man dabei an Nettigkeiten à la „Ich bin Klemptner von Beruf“ oder „Komm Uschi, mach kein Quatsch“ denkt. Wenn man mit Liedermachern allerdings einen gewissen gesinnungsethischen und ästhetischen Radikalismus verbindet („Ich singe, weil ich ein Lied hab, nicht weil es Euch gefällt“ – Wecker), dann ist Ratz ein neuer Prototyp des Genres. Der Mann trägt seinen punkigen Nachnamen mit Stolz trägt, schont weder das Nervenkostüm seiner Zuhörer noch die Hörgewohnheiten derer, die sich gern vom folgenlosen Konsum „rebellischer Texte“ einlullen lassen. Ikarus, eine Lieblingsfigur vieler Künstler wie Reinhard Mey, mutiert bei Heinz Ratz zum brandschatzenden Prometheus, der die Götterburg in Flammen setzt. „Tausend Jahre schon steht der Götterthron, lebt in Saus und Braus, presst die Armen aus. Lebt in Blutgewalt, mitleidlos und kalt. Nun kommt Ikarus, der der brennen muss.“ „Spielt keine Rolle“ ist eine liebenswert-schnoddrige Verliererballade in der Tradition eines Manfred Maurenbrecher. „Herzexplosion“ skizziert in knappen Worten das Lebensgefühl des „wütend“ liebenden Rebellen zwischen überbordender Leidenschaft und schmerzbedingtem Erkalten im „Brustgemäuer“. Die Lieder stellen – trotz gelegentlicher kultureller Anspielungen – eher die Lebenswelt sozialer Brennpunkte (die „Gosse“) dar, vergleichbar dem authentischen Hip Hop. Schicksale von Getretenen und Verlierern, die hochkochende Wut und die Lebensgier der „Systemverlierer“, eine Nachbarschaft voller Neonazis und Spießer, die in ihren Wohnblöcken ihre Töchter vergewaltigen. Nicht alles gelingt dem künstlerischen Tausendsassa. Die Ballade von den reihenweise wegsterbenden „Zehn kleinen Nazilein“ ist nicht gerade ein Musterbeispiel christlicher Feindesliebe. Das krude Lied „Müllficken, Arschkacken“ scheint allzu sehr aus der juvenilen Lust geboren, sich an der Entrüstung im Gesicht prüder Bürger zu weiden. Letztere dürften die CD ohnehin nicht einmal mit der Pinzette anfassen. Die meisten derben Stellen der Texte stellen aber ernst zu nehmende Versuche dar, eine schonungslose und oft tatsächlich schockierend grausame Realität darzustellen wie sie ist. Der galante Herr Anton „will auch gern mit Kindern ficken“ und „Greisinnen mit Lederstricken den welken Leib zermatschen.“ „Komm zu Papa“ beschreibt den Kindesmissbrauch lakonisch und hart, aber mitfühlend mit dem Opfer. „Papa hat sie zerstört, Mama hat weggehört“. Und die Musik? Nun, wer „Strom und Wasser“ kauft, darf nicht erwarten, dass es wie Weihnachten mit Sarah Connor klingt. Der Sound ist rau, karg, ungehobelt, trocken und lässt auf diese Weise viel Raum für das Textverständnis. Der Bass von Heinz Ratz und die Gitarre von Peer Jensen bilden das Rückgrat des Klangkörpers. Banjo, Cello und Akkordeon setzen gelegentliche Akzente. Die klangliche und stilistische Bandbreite der Lieder ist in Anbetracht der nicht gerade üppigen Instrumentierung beachtenswert. Man fühlt sich an Punk, Ska, Skiffle und den musikalischen Minimalismus der Neuen Deutschen Welle erinnert. Bei „Spielt keine Rolle“ schlagen die Herzen im Dreivierteltakt, in „Komm zu Opa“ deutet Heinz Ratz mit Bee-Gees-Falsettstimme den „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow an, und in „Dicker Kuchen“ meint man – 70ger Jahre-Nostalgiker aufgepasst! – gar Simon & Garfunkel säuseln zu hören. Heinz Ratz’ erstaunlich wandlungsfähige Stimme erinnert teilweise an die endpralle Raubeinigkeit eines Tom Waits, teilweise an die distinguiert-überdeutliche Diktion Max Raabes und manchmal sogar an die verspielt-androgyne Stimmakrobatik eines Ringsgwandl. Dies sind nur einige Assoziationen, die deutlich machen sollen, dass sich die CD jeglicher klaren Zuordnung vehement widersetzt. Hörspielelemente und Gespräche zwischen den Musikern (die sozusagen den Prozess der CD-Produktion dokumentieren) hinterlassen einen kalkuliert „unfertigen“ Eindruck und torpedieren so gekonnt den Mythos von der CD als einem durchgestylten, ästhetisch perfekten Gesamtkunstwerk. Leben, scheinen die Künstler sagen zu wollen, ist niemals so glatt. Es ist rau, sperrig und tut oft weh. Und doch gibt es dieses Aufflammen der Revolte und dieses Brennen vor Liebe – „gegen die Starre. Sprungbereit“.
    Roland Rottenfußer
    www.hinter-den-schlagzeilen.info

  • „Er schreibt am Abgrund aller guten Gründe. Er schreibt, als hätte Lyrik nie zur Disposition gestanden. Er schreibt rhythmisch, hypnotisch manchmal und nie ganz frei von leisem Kichern oder feistem Grinsen. Bei einem Abend mit Ratz erkennt man die gewöhnliche Lesung kaum wieder.“
    Zett, Bremen
  • „Heiteres steht neben Kritischem, Lautes neben Leisem. Der Abend bleibt in positiver Erinnerung, die beiden Bände „Am Abgrund aller guten Gründe“ und „Die große Schwangerschaft“ können empfohlen werden, aber der beste Ratz wird beim Lesen fehlen: Der Ratz, der viel gesehen und erlebt hat und seine Erfahrungen literarisch gekonnt und pointiert weitergibt und sein Publikum mit seiner ungezwungenen Art als kritischer Entertainer zu begeistern weiß.“
    Nordwest Zeitung, Oldenburg
  • „Ratz gelingt die Gratwanderung, ernste Themen witzig rüberzubringen und sich dabei ohne moralischen Zeigefinger kräftig einzumischen.“
    Pforzheimer Kurier
  • „Unwiderstehlich zieht Ratz das Publikum in seine surrealistische Alltagswelt. Seine Geschichten trägt der kreative Rohdiamant dann auch noch in nahezu perfekter Dramaturgie vor.“
    Mitteldeutsche Zeitung
  • „Heinz Ratz ist ein begnadetes Bühnenphänomen: Seine Gratwanderungen zwischen zynischen Sittengemälden, nachtschwarzer Poesie und anarchischem Nonsense treffen ein überwältigtes Publikum und eine begeisterte Presse genau dorthin, wo ansonsten der Zeitgeist einer biederen social correctness herrscht: mitten ins Herz.“
    Schnüss; Stadtmagazin Bonn
  • „Ist es Kabarett? Ist es Punk? Keine Schublade passt, wenn es um das Bühnenprogramm von Heinz Ratz geht. Wortgewaltig hingezauberte Sprachlandschaften. Ungeheuerliches im Untergrund. Drastisch, poetisch und voller überraschender Wendungen. Immer mehr möchte man von Ratz Geschichten und Gedichten hören, auch weil der Sohn einer peruanischen Indianerin schauspielerisch einiges zu bieten hat.“
    Kieler Nachrichten